Archiv

 

 

WUNDERMITTEL WASSER

 

Ein Liter, zwei Liter oder noch mehr pro Tag? Der Mensch sollte ausreichlich trinken - auch während der Arbeit. Clevere Apps und schöne Trinkflaschen- und Gläser machen es uns einfach.

 

von Sabine Windlin

 

Trinken, trinken, trinken - ob auf der Strasse, im Zug, beim Sport: Überall sieht man Menschen, die an der Wasserflasche nuggeln. An schön gestalteten Wasserflaschen, an farbigen Mugs, an Camelbaks. Haben diese Leute allen so unbändigen Durst oder handelt es sich hierbei einfach um einen neue Freizeitbeschäftigung? Nicht lange ist es her, da flanierten Herr und Frau Trendsetter mit Coffee- und Travel-Mugs durch die Strassen, jetzt also mit Wasserflaschen. Vor allem für die junge Generation gehört die ständig verfügbare Wasserflasche im Schulzimmer oder am Arbeitsplatz zum Lebensstil. Schaut her! Ich bin gesund, ich trinke Wasser.

 

Wasser ist tatsächlich so eine Art Wundermittel: Es übernimmt in unserem Körper viele lebenswichtige Funktionen wie die Förderung der Entschlackung, den Transport von Mineralstoffen und Spurenelementen; es beseitigt Abbauprodukte und reguliert die Körpertemperatur. Innerhalb von 24 Stunden fliessen 1.400 Liter Wasser durch unser Gehirn, und unsere Nieren werden von rund 2.000 Litern Wasser durchströmt. Neben Sauerstoff ist Wasser also das wichtigste Element für unseren Körper. Der Bedarf an Wasser ist aber grundsätzlich unterschiedlich und hängt unter anderem vom Energieumsatz, von der Umgebungstemperatur und vom Anteil Speisesalz, das wir essen, ab.

 

Je nach Alter sollten Jugendliche und Erwachsene pro Tag zwischen 30 und 40 ml Wasser pro Kilo Körpergewicht aufnehmen. Für einen Menschen von 60 Kilogramm Körpergewicht macht dies gut zwei Liter Wasser pro Tag. Ernährungswissenschaftler raten zudem, die Flüssigkeit gleichmässig über den Tag verteilt aufzunehmen. Trinken auf Vorrat funktioniert nämlich nicht. Der Körper kann nur kleine Mengen verarbeiten, der Rest wird wieder ausgeschieden. Und noch etwas: Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl wahrscheinlich hormonell bedingt ab. Auf eine adäquate Flüssigkeitsaufnahme müssen darum vor allem ältere Menschen achten.

 

Dabei darf man nicht vergessen. Der menschliche Wasserbedarf wird nicht unerheblich – zu rund einem Drittel – von fester Nahrung abgedeckt. Vorausgesetzt, man isst Früchte, Gemüse und andere Lebensmittel, die viel Wasser enthalten, wie etwa Suppen und Eintöpfe. Unter den Nahrungsmitteln mit dem höchsten Wassergehalt liegt übrigens die Gurke mit 97 Prozent an erster Stelle. Die Wassermelone landet mit einem Anteil von 96 Prozent auf Platz zwei.

 

Während der Arbeit genügend Wasser zu trinken, ist also ein Gebot der Stunde. Das heisst jedoch nicht, dass man ständig mit der Wasserflasche im Büro herumwandern muss. Viel schlauer ist es, ein Glas Wasser griffbereit auf dem Schreibtisch zu haben und zu trinken, wenn sich ein Durstgefühl einstellt. Denn aus Erfahrung weiss wohl jeder: Wenn der Durst nicht gelöscht wird, lässt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nach. Manche Menschen bekommen auch Kopfweh oder Migräne.  Wer in seinem Beruf auch körperlich gefordert ist, verbraucht noch mehr Flüssigkeit und sollte im Laufe eines Arbeitstages reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

Smartphone-Apps wie „Carbodroid“, „Drink Water“ oder „Water your body“ können dabei helfen, einen an das gewünschte Trinkverhalten angepassten Plan zu erstellen. Von morgens bis abends ertönt immer mal wieder ein wählbarer Signalton, der den Nutzer daran erinnert, etwas zu trinken. So kann man für eine individuell ausreichende Getränkeaufnahme sorgen und einer Dehydrierung und all ihren Begleiterscheinungen entgegenwirken.