Portraits

 

 

«ALLES, BLOSS NICHT BLOCKFLöTE!»

 

Revival der Schweizer Volksmusik? Remo Gwerder ist dabei! Wer in live am Akkordeon oder Schwyzerörgeli auf der Bühne erlebt hat, weiss dies und wer ihn noch nie gehört hat, lernt ihn kennen: variantenreich und experimentierfreudig, aber auch bodenständig und urchig. Ein Garant jedenfalls für ein durch und durch heiteres musikalisches Klangspektrum, das berührt und mitreisst.

 

von Sabine Windlin

 

Das musikalische Schaffen von Remo Gwerder basiert auf der Innerschweizer Volksmusik. Doch dabei lässt er es nicht bewenden. Er lotet gerne Grenzen aus und öffnet die Hörgänge nach Frankreich, Irland oder gar Argentinien. Dies macht sein Repertoire umso reicher. Bei Remo Gwerder vermengen sich Talent und Disziplin, Lebensfreude und Leidenschaft zu einem virtuosen Konglomerat, das nur eine Botschaft kennt: Musik verbindet.


Dass Musik in seinem Leben einmal eine wichtige Rolle spielen würde, war für den 1982 in Lauerz (SZ) aufgewachsenen Remo Gwerder schon als Kind klar. Inspiriert durch Familie und Verwandtschaft, griff er bereits als Siebenjähriger zum «Örgeli» seines Onkels Mark Schuler und begann zu spielen – nicht nach Noten, ganz nach Gehör. Die Fortschritte waren so frappant, dass der obligate, aber verhasste Blockflötenunterricht boykottiert werden und Remo den Akkordeonunterricht bei Franz Schmidig besuchen durfte. Später kamen Lektionen fürs Schwyzerörgeli dazu.


Seither gab und gibt Gwerder seine geliebten Instrumente nur selten aus den Händen. Denn er hat in der Volksmusik seine Leidenschaft, ja sogar seinen Platz im Leben gefunden. Schon früh trat er in diversen Formationen auf: so etwa ab 2011 mit dem Quartett «waschächt», das höchst erfolgreich durch die Schweiz tourte, oder der «Hokuspokus»-Band. Dank seiner Präsenz in TV-Shows und Radiosendungen wurde Gwerder einem breiten Publikum bekannt.


Nach einer Lehre zum Möbelschreiner bildete er sich nach bestandener Aufnahmeprüfung zum Bachelorstudium an der Musikhochschule Luzern (Schwerpunkt Volksmusik) weiter. Auf diese Weise setzte sich der Praktiker auch auf theoretischer Ebene mit dem Erbe und dem Potenzial der Schweizer Volksmusik auseinander. Dabei konnte er vom Wissen und Können hochangesehener Dozenten wie Patricia Draeger, Willi Valotti, Dani Häusler oder Markus Flückiger profitieren.

Die Schublade, in die Remo Gwerder musikalisch passt, ist inexistent. Zu vielseitig setzt der selbsterklärte Notenmuffel seine Leidenschaft zur Musik um. Beisshemmungen zum Unterhaltungsgenre kennt er keine, so dass auch Oberkrainer oder Schlager im Repertoire durchaus Platz haben. Verbunden und vertraut mit diversen Stilrichtungen der Schweizer Ländlermusik werden aber auch Grenzen zum Jazz, Blues oder Rock ausgelotet.


Als musikalische Vorbilder nennt Gwerder unter anderem Thuri Prisi und Martin Nauer. Aber auch beim Jazzakkordeonisten Richard Galliano schlägt sein Herz höher. Aufgepasst! Dank der Lust am unverkrampften Musizieren kann es vorkommen, dass Gwerders Konzerte plötzlich eine überraschende musikalische Wende nehmen und das Publikum mit einer Musette, einem irischen oder bulgarischen Volkstanz oder gar einem argentinischem Tango beglückt wird. Mehr und mehr wagt er sich auch an Eigenkompositionen.


Dass der Funke springt, dafür sorgt Remo Gwerder nicht nur, wenn er auf der Bühne sein Bestes gibt. Mit Leib und Seele unterrichtet er Akkordeon und Schwyzerörgeli an den Musikschulen von Unterägeri, Oberägeri oder Neuheim. Dass er mittlerweile das Notenlesen beherrscht, versteht sich von selbst. Doch Priorität in den Lektionen hat auch hier die Freude an der Musik. Musik, die Herz und Seele berührt.

Für Einsteiger, ob Jugendliche oder Erwachsene, kann die Anschaffung eines Instrumentes eine grosse finanzielle Belastung bedeuten. Es empfiehlt sich deshalb, zu Beginn ein Instrument zu mieten. Remo Gwerder bietet darum die Möglichkeit, ein 2-chöriges Ott-Örgeli (Typ Lena, Flurina, Ueli oder McEggi) fabrikneu oder als neuwertige Occasion zum günstigen Preis von 65 Franken pro Monat zu mieten. Jedes Semester steht die Wahl frei, das Instrument weiter zu mieten ober aber zu kaufen. Bei einem Kauf wird die Miete von maximal zwei Semestern angerechnet.